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Ausbauschritte

Flughafenausbau seit 1990

Der Flughafen Leipzig/Halle wird seit 1990 kontinuierlich bedarfsgerecht ausgebaut. Damit trägt der Airport der rasanten Entwicklung des weltweiten Luftverkehrs Rechnung und präsentiert sich heute als einer der modernsten Verkehrsflughäfen Europas.

Bereits zu Beginn der 1990er Jahre wurden die Weichen zur Modernisierung und Erweiterung der infrastrukturellen Rahmenbedingungen am Standort Leipzig/Halle gestellt. Dies waren Anfänge einer weitsichtigen Ausbauplanung, deren schrittweise Realisierung den Airport zu einem international konkurrenzfähigen Verkehrsknoten wachsen ließen.

Auch das neue Jahrtausend stand am Flughafen Leipzig/Halle im Zeichen der Weiterentwicklung und Modernisierung. So wurden die Start- und Landebahn Nord bzw. Süd sowie das Zentralterminal in Betrieb genommen.

Bau des Terminals B

Am 16. Mai 1994 wurde der Grundstein für das Terminal B gelegt, ein Jahr später konnte bereits Richtfest gefeiert werden. Das neue Terminal, als erstes Abfertigungsgebäude am Flughafen mit mehreren Passagierbrücken ausgestattet, nahm seinen Betrieb am 3. März 1996 auf.  
Mit der Indienststellung des Terminals wurde eine Zwischenetappe beim Ausbau des Flughafen Leipzig/Halle zu einem zeitgemäßen europäischen Airport abgeschlossen. Erstmals verfügte der Flughafen Leipzig/Halle über ein Abfertigungsgebäude, das den aktuellen internationalen Standards gerecht wurde.

Bau der Start- und Landebahn Nord

Um den Anforderungen des Luftverkehrs gerecht zu werden, ging im März 2000 die neue, 3.600 Meter lange Start- und Landebahn Nord in Betrieb. Der in einer Rekordzeit von nur fünf Jahren geplante und errichtete Runway schafft die Möglichkeit, von Leipzig/Halle aus jedes Ziel der Welt nonstop zu erreichen. Die neue Start- und Landebahn Nord unterliegt keinen Restriktionen und kann 24 Stunden pro Tag genutzt werden.

Zeitleiste des Projektes
Planungsbeginn 26. Juni 1994
Beginn Planfeststellungsverfahren 1. November 1995
Erteilung der Baugenehmigung 10. Juli 1997
Grundsteinlegung 7. Mai 1998
Beginn der Betonierung 26. April 1999
Inbetriebnahme 24. März 2000
Daten zur Start- und Landebahn (SLB)
Lage 08L / 26R
Länge der SLB 3.600 m
Breite der SLB 60 m, mit Schultern 75 m
Betriebszeiten 24 Stunden
Schlechtwetterbetrieb                     Kategorie IIIb (beide Richtungen)

Bau des Zentralterminals

Mit der Erteilung der Baugenehmigung für das neue Zentralgebäude am 25. Februar 1998 begann am Flughafen Leipzig/Halle eine weitere Etappe des umfassenden Ausbauprogramms, welches das Erscheinungsbild des Airports in den Jahren 1999 und 2000 maßgeblich veränderte. Bereits am 16. Juli 1999 konnte mit dem neuen sechsgeschossigen Parkhaus das erste Modul des neuen Zentralterminals in Betrieb genommen werden.

Am 30. Juni 2003 wurde das multifunktionale Zentralterminal, das ICE-tauglichen Fernbahnhof, zentralen Check-in-Bereich mit integrierter Gepäckkontrolle, Parkhaus und vielfältige Service- und Einkaufseinrichtungen vereint, feierlich eröffnet. Das Zentralterminal besitzt eine Jahreskapazität von 4,5 Millionen Passagieren. Auf Grund seiner modularen Struktur sowie seiner zentralen Lage zwischen den beiden Start- und Landebahnen bietet das Zentralterminal die Möglichkeit, über eine Erweiterung des bestehenden Abfertigungsgebäudes bedarfsgerecht die Jahreskapazität auf sieben Millionen Passagiere zu erhöhen.

Neubau der Start- und Landebahn Süd

Mit dem symbolischen ersten Spatenstich für den Neubau der Start- und Landebahn Süd inklusive Vorfeldern begann am 31. August 2005 am Flughafen Leipzig/Halle eine weitere große Ausbauetappe. Im Zuge des Neubaus wurde die 3.600 Meter lange Start- und Landebahn Süd parallel zur gleichlangen Start- und Landebahn Nord ausgerichtet, sodass der Flughafen Leipzig/Halle von sämtlichen Flugzeugtypen (ohne Reichweiten- und Nutzlastbeschränkung) beflogen werden kann.
An den am 5. Juli 2007 fertig gestellten Runway Süd schließt sich ein 53 Hektar großes Vorfeld für Frachtflugzeuge an. Dieses dient seit 2008 der Express-Tochter der Deutschen Post World Net, DHL, als Umschlagplatz für rund 60 Flugzeuge pro Tag. Ebenfalls direkt an den Runway angebunden ist der Frachtbereich Süd, welcher weitere Entwicklungsmöglichkeiten für Logistik- und Luftverkehrsunternehmen bietet.

Zeitleiste des Projektes
Planungsbeginn März 2003
Planfeststellungsverfahren November 2003 bis November 2004
Planfeststellungsbeschluss 4. November 2004
erster Spatenstich 31. August 2005
Beginn der Betonierung September 2005
Inbetriebnahme                                 5. Juli 2007
Daten zur Start- und Landebahn (SLB)
Lage 08R  /26L
Länge der SLB                                     3.600 m
Breite der SLB 60 m, mit Schultern 75 m
Betriebszeiten 24 Stunden
Schlechtwetterbetrieb Kategorie IIIb (beide Richtungen)

Bau einer Lärmschutzhalle für Triebwerksprobeläufe

Am Flughafen Leipzig/Halle entstand bis 2008 eine Lärmschutzhalle für Triebwerksprobeläufe. Diese wurde im westlichen Teil des Flughafens, in der Nähe des Tanklagers, errichtet. Mit einer Länge von 76 Metern, einer Breite von 90 Metern und einer Höhe von 22 Metern können in der Halle auch Testläufe mit einer Antonow 124-100, dem weltweit größten in Serie gebauten Frachtflugzeug, rund um die Uhr absolviert werden.
Möglich ist dies durch die lärmdämmende Wirkung der Probelaufhalle, an deren Toren, direkt hinter den Triebwerken der Flugzeuge, zusätzliche Schalldämpfer angebracht sind. Lamellen, die sich an der Stirnseite des Baus befinden, sorgen für die von Triebwerken benötigte gradlinige Luftströmung, unabhängig von der vorherrschenden Windrichtung.
Rund 14 Millionen Euro investiert der Flughafen Leipzig/Halle in die Errichtung der Lärmschutzhalle.

Bau der Veterinärgrenzkontrollstelle

Der Flughafen Leipzig/Halle hat sich in den vergangenen Jahren zu einem bedeutenden europäischen Frachtumschlagplatz entwickelt, über den Waren aus aller Welt eingeführt werden. Um dem wachsenden Aufkommen an tierischen und pflanzlichen Gütern gerecht werden zu können, ist gemäß den in der EU geltenden Richtlinien eine Veterinärgrenzkontrollstelle errichtet worden.
Am 7. Dezember 2007 wurde die neu errichtete Veterinärgrenzkontrollstelle offiziell an das Landratsamt Delitzsch als Nutzer übergeben. Die Investitionen für die Errichtung des Gebäudes beliefen sich auf ca. 4,8 Mio. Euro.

Bau eines Wartungshangars

Nach rund einjähriger Bauzeit wurde im Januar 2013 ein Wartungshangar an seinen Nutzer übergeben. Das Gebäude dient der Volga-Dnepr Technics GmbH, einem am Flughafen ansässigen Tochterunternehmen der Volga-Dnepr-Gruppe, als Wartungsbasis. Der Hangar ist 94 Meter breit und 90 Meter tief. Die Hallenkonstruktion erreicht eine Höhe von rund 30 Metern. Der Hangar verfügt über zwei unabhängig voneinander fahrbare Kranbahnen, die eine maximale Arbeitshöhe von ca. 25 Metern gewährleisten. Das Gebäude umfasst zudem Werkstatt-, Sozial- und Büroräume. Am Bau des Gebäudekomplexes waren 15 Firmen beteiligt, davon 12 aus Sachsen. Bis zu 150 Beschäftigte am Tag waren in Spitzenzeiten auf der Baustelle tätig. In den Bau des Hangars wurden rund 17,7 Millionen Euro investiert.