Menü schließen
 
Artikel empfehlen:

Schallschutz

Die Flughafen Leipzig/Halle GmbH ist bestrebt, die Belastungen der Anwohner durch Fluglärm zu verringern. Dazu werden im Rahmen der rechtlichen, technischen und verkehrlichen Möglichkeiten umfangreiche Maßnahmen durchgeführt.

Für die Entwicklung eines Frachtdrehkreuzes wurde ein besonderes Maßnahmenpaket erstellt. Dieses soll den Nachtschlaf der Anwohner in der Umgebung des Airports bestmöglich schützen. Das Paket umfasst sowohl Maßnahmen des aktiven als auch des passiven Schallschutzes.

Aktiver Schallschutz

Unter aktivem Schallschutz versteht man die Reduzierung des Lärms an der Quelle sowie auf dem Ausbreitungsweg des Schalls.

Die Maßnahmen des aktiven Schallschutzes umfassen:

  • Lärmabhängige Start- und Landeentgelte
  • Lärmschutzwände und Lärmschutzwall
  • Einschränkungen von Passagierflügen in der Nacht
  • Einschränkung von Ausbildungs- und Übungsflügen
  • Festlegungen zu An- und Abflugverfahren unter Berücksichtigung des Lärmschutzes
  • Lärmschutzhalle für Triebwerksprobeläufe

Lärmabhängige Start- und Landeentgelte

Alle am Flughafen Leipzig/Halle verkehrenden Flugzeuge erfüllen in Bezug auf ihre maximal zulässige Lärmemission die EU-weit vorgegebenen Mindestanforderungen, wonach die Lärmgrenzwerte nach Maßgabe des Kapitels 3, Anhang 16 der Richtlinien der Internationalen Zivilen Luftfahrtorganisation (ICAO) einzuhalten sind.

Der Flughafen Leipzig/Halle macht die Start- und Landeentgelte von der jeweiligen Lärmzertifizierung des Flugzeugtyps abhängig. Danach bezahlen moderne Flugzeuge, welche dem neuesten Stand der Technik entsprechen, geringere Gebühren als ältere und somit auch lautere Maschinen. Den Luftverkehrsgesellschaften wird somit ein Anreiz zum Einsatz lärmärmerer Luftfahrzeuge gegeben. Die lärmemissionsabhängige Staffelung der Entgelte ist ein wichtiger Bestandteil der Bemühungen zur Reduktion des Fluglärms am Flughafen Leipzig/Halle.

Lärmschutzwände und LärmschutzwallLärmschutzwand im Südbereich des FlughafensLärmschutzwand im Südbereich des Flughafens

Zur Verringerung der Lärmbelästigung im unmittelbaren Flughafennahbereich errichtete die Flughafen Leipzig/Halle GmbH Lärmschutzwände und einen Lärmschutzwall. Diese befinden sich unter anderem  entlang den Ortschaften Kursdorf und Freiroda sowie im Südbereich des Flughafens angrenzend an das Frachtvorfeld der DHL.

Diese Maßnahmen begrenzen die auftretenden Geräusche, die bei der Bodenabfertigung am Flughafen entstehen.

Einschränkungen von Passagierflügen

Starts und Landungen für den planmäßigen Passagierverkehr sind am Flughafen Leipzig/Halle seit dem Sommerflugplan 2008 in der Zeit von 23.30 bis 05.30 Uhr nicht mehr zulässig.

Einschränkung von Ausbildungs- und Übungsflügen

Ausbildungs- und Übungsflüge sind nur montags bis samstags von 06:00 bis 22:00 Uhr zulässig. Die Trainingsrunden sind so gelegt, dass Ortschaften in unmittelbarer Nähe des Flughafens nicht überflogen werden.

Festlegungen zu An- und Abflugverfahren unter Berücksichtigung des Lärmschutzes

Flugverfahren (Flugrouten) werden gemäß § 32 Abs. 4c Luftverkehrsgesetz (LuftVG) in Verbindung mit § 27a Abs. 2 S. 1 der Luftverkehrsordnung (LuftVO) vom Bundesaufsichtsamt für Flugsicherung (BAF), der Aufsichtsbehörde für Flugsicherungsorganisationen in Deutschland, durch Rechtsverordnung (Durchführungsverordnung zur LuftVO) festgesetzt.

Durch die Beteiligung der Fluglärmkommission und die Einbeziehung des Umweltbundesamtes wird sichergestellt, dass die Lärmschutzinteressen der örtlichen Betroffenen erfasst und ausreichend berücksichtigt werden können.

Planung und Festsetzung von Flugverfahren (Flugrouten)

Die Deutsche Flugsicherung GmbH (DFS) legt als zuständige Planungsträgerin für Flugverfahren dem Bundesaufsichtsamt für Flugsicherung (BAF) bei beabsichtigten Neueinführungen oder Änderungen von Flugverfahren jeweils eine prüffähige Planung vor.

Im Verfahren werden die Fluglärmkommission nach § 32b LuftVG und das Umweltbundesamt, mit dem gemäß § 32 Abs. 4c LuftVG ein sogenanntes Benehmen erstellt werden muss, beteiligt. Im Rahmen des erforderlichen Rechtsetzungsverfahrens besteht die Verpflichtung, alle für die Entscheidung maßgeblichen Gesichtspunkte hinreichend zu ermitteln und abzuwägen.

Bereits bei der Planung von Flugverfahren durch die DFS wird neben den Kriterien Sicherheit, Erfüllung der Kapazitätsanforderungen und Streckenlänge auch die Fluglärmbelastung berücksichtigt. Die von der DFS erarbeiteten Varianten werden der örtlichen Fluglärmkommission vorgestellt und durch diese bewertet. Deren Beratungsergebnisse werden bei der  abschließenden Abwägung berücksichtigt und zusammen mit einer Verfahrensempfehlung an das BAF eingereicht.

Das BAF prüft im Rahmen eines sorgfältigen Abwägungsprozesses, ob die vorgeschlagenen Planungsentwürfe der DFS ordnungsgemäß und gesetzeskonform sind und leitet sie parallel an das Umweltbundesamt zur Stellungnahme, um nachfolgend im Benehmen mit diesem Amt einen abschließenden Verordnungsvorschlag an das Bundesjustizministerium zur Rechtsförmlichkeitsprüfung weiterzureichen. Nach erfolgreicher Prüfung werden die Verfahren vom BAF als Rechtsverordnung festgelegt und mit der Veröffentlichung im Bundesanzeiger in Kraft gesetzt.

 Flugverläufe am Flughafen Leipzig/Halle

Flugerwartungsgebiete

In der Praxis können Flugzeuge nicht immer präzise entlang den vorgegebenen An- und Abflugrouten fliegen. Ursachen dafür sind unter anderem Wind- bzw. Wetterlage oder die flugphysikalischen Eigenschaften der einzelnen Flugzeugmuster. Umgeben werden die Flugrouten von den sogenannten Flugerwartungsgebieten. Diese sind besonders nach dem Start meist nur wenige 100 m breit. Je weiter und höher das Flugzeug vom Flughafen entfernt ist, desto breiter werden diese. Ein Abweichen von einer Idealfluglinie stellt, sofern dies innerhalb des festgelegten Flugerwartungsgebietes geschieht, keine Ordnungswidrigkeit dar.

Verbot von Sichtanflügen

Der Sichtanflug von Flugzeugen ist nachts nicht gestattet.
Nur Flugzeuge, die über instrumentengeführte Navigationseinrichtungen verfügen, dürfen den Flughafen anfliegen. Die Flugzeuge müssen sich hierfür 20 km vor dem Airport auf der Grundanfluglinie befinden. Damit wird sichergestellt, dass das seitliche Anfliegen im Nahbereich des Flughafens unterbunden wird.

Lärmschutzhalle für Triebwerksprobeläufe

Zum Schutz vor dem Lärm von Triebwerksprobeläufen errichtete die Flughafen Leipzig/Halle GmbH eine Triebwerksprobelaufhalle. Diese kann von Flugzeugen bis zur Größe einer Antonow AN 124 bzw. eines Airbus A 380 genutzt werden.

Lärmschutzhalle für TriebwerksprobeläufeLärmschutzhalle für Triebwerksprobeläufe

Passiver Schallschutz

Als passiven Schallschutz bezeichnet man bauliche Maßnahmen, die den Lärm am Ort seiner Einwirkung mindern.

Tipp: Weitere generelle Informationen zum Thema passiver Schallschutz werden im Fluglärm-Portal veröffentlicht.