Menü schließen
 
Artikel empfehlen:

Reinhaltung der Luft

Der Flughafen Leipzig/Halle untersucht kontinuierlich die Luftqualität im Umfeld des Airports. Im Fokus der Untersuchungen stehen dabei etwaige Belastungen der Luft durch den Flug- und Vorfeldbetrieb. Mit diesen freiwilligen Untersuchungen wird die etwaige aktuelle Schadstoffbelastung am Airport und im Umland erfasst und für die Bevölkerung transparent gemacht.

Im Rahmen der Untersuchungen wird am Flughafen unter anderem das sogenannte Biomonitoring (englisch: bio = biologisch; monitoring = Prüfung, Überwachung) angewendet.

„Unter Bioindikation oder Biomonitoring wird die Verwendung von Organismen oder Organismengemeinschaften verstanden, deren Lebensfunktionen sich mit bestimmten Umweltfaktoren so eng in Beziehung setzen lassen, dass Rückschlüsse auf diese Umweltfaktoren möglich sind.“ (Quelle: ADV).

Der TÜV Süd führte 2008 am Flughafen Leipzig/Halle Untersuchungen anhand von Grünkohlpflanzen durch. Seit 2009 wird ein Biomonitoring mit Bienenvölkern, die im Umland des Flughafens aufgestellt werden, durchgeführt.

Biomonitoring mit Bienen

Biomonitoring mit Bienen ist ein weiteres Verfahren zur Untersuchung der Luftqualität in einem bestimmten Beobachtungsgebiet.

Die Biene kann direkt über Wasser und Luft Schadstoffe aufnehmen und in das Bienenvolk tragen. Darüber hinaus können Pflanzen Schadstoffe aus Luft, Wasser oder Boden aufnehmen und über die Nektar- und/oder Pollentracht an die Bienen weitergeben.

Bienenvölker durchfliegen ihr Fluggebiet sehr intensiv und decken dabei mindestens eine Fläche von 12 km2 ab. Die Untersuchung des Honigs kann aufzeigen, wie sich die Schadstoffbelastung in diesem Gebiet zusammensetzt. Es ergibt sich ein Bild der Umweltbedingungen im Erntegebiet. Die Biene selbst wirkt quasi als „Biofilter“. Sie ist sehr empfindlich gegenüber Pflanzenschutzmitteln und anderen Chemikalien. Die Eigenschaft der Biene als Indikator und Sammler sowie die mögliche Akkumulation von Schadstoffen in Pollen, Wachs und Honig dient somit der Überwachung und Einschätzung von Immissionen im jeweiligen Beobachtungsgebiet. (Quelle: ADV)

Biomonitoring mit BienenBiomonitoring mit Bienen

Derzeit sind im Umland des Flughafens  insgesamt 10 Bienenvölker in Döllnitz, Röglitz, Wehlitz und Papitz aufgestellt. Weitere Standorte sind in Planung.

Nach Eintrag des Nektars wird der gewonnene Honig auf polyzyklische Kohlenwasserstoffe, Schwermetalle und BTEX (Benzol, Toluol, Ethylbenzol, Xylole) untersucht. Ein entsprechend zertifiziertes Labor stellte keine Belastungen des Standortes Kursdorf fest.

 Prüfergebnisse Honigproben [pdf]

Biomonitoring mit Grünkohl

Grünkohlpflanzen eignen sich als sogenannte Zeigerpflanzen im besonderen Maße zur Ermittlung etwaiger Luftschadstoffbelastungen.

Biomonitoring mit Grünkohl im Umland des AirportsBiomonitoring mit Grünkohl im Umland des AirportsDer TÜV Süd untersuchte mit Hilfe dieser Nutzpflanzen die Luftqualität am Airport. Er kam zu dem Ergebnis, dass diese als typisch für ländlich geprägte Standorte einzustufen ist. Somit wurden auch keinerlei Beeinträchtigungen der gartenbaulichen Nutzung festgestellt.

Im Labor herangezogene Grünkohlpflanzen wurden von Oktober bis Dezember 2008 an acht Orten im unmittelbaren Umfeld des Flughafens angepflanzt. Die Dauer des Versuches entsprach dem Verlauf eines natürlichen Vegetationszyklus. Zur Ermittlung der Luftqualität wurden die Grünkohlpflanzen in Gefäßen mit einer eigenen Wasserversorgung freistehend über dem Boden ausgebracht. Damit konnte sichergestellt werden, dass der analysierte Schadstoffgehalt ausschließlich auf die mögliche Schadstoffbelastung der Luft zurückzuführen ist.

An folgenden acht Standorten wurden die Grünkohlpflanzen ausgebracht:

  • Schkeuditz-Nord, Kleingartenlage südlich des DHL Hangars
  • Schkeuditz-Süd, Kleingartenanlage südlich der B6
  • Altscherbitz, im Bereich der Ausgleichsmaßnahmen
  • Papitz, am Rande der Kleingartenanlage gegenüber dem Tanklager
  • Siedlung Modelwitz
  • Lützschena, Ende Windmühlenweg
  • Freiroda, Windmühlenstraße
  • Kursdorf, Kursdorfer Ring

Testergebnisse

Nach dem Abschluss der Testphase wurden die Grünkohlpflanzen im Labor auf Schadstoffbelastungen sowie mögliche, für den menschlichen Verzehr gesundheitsrelevante Schadstoffanreicherungen untersucht. Die Analyse ergab, dass Beeinträchtigungen im Rahmen gartenbaulicher Nutzungen auszuschließen sind. Die Werte liegen somit auch deutlich unterhalb der Spitzenwerte von städtisch-industriell geprägten Standorten.

Fazit des TÜV Süd
Nach Abschluss der Untersuchungen wurde durch den TÜV Süd bestätigt, dass ein maßgeblicher Einfluss des Flughafenbetriebes auf die Schadstoffanreicherung in den Bioindikatorpflanzen nicht festzustellen ist.

 Bericht "Biomonitoring von Luftschadstoffen" des TÜV Süd [pdf]

Die Untersuchungsergebnisse wurden zudem durch Messauswertungen der Luftschadstoffmessstation des Freistaates Sachsen, nördlich der Helios-Klinik Schkeuditz, bestätigt. Die hier erfassten Daten ergaben ebenfalls keine Überschreitung zulässiger Grenzwerte.

Luftschadstoffmessmobil

Von Dezember 2009 bis Februar 2011 befand sich nördlich des Dahlienwegs in Schkeuditz /OT Papitz ein Luftschadstoffmessmobil des TÜV Süd im Einsatz. Nach den Analysen anhand von Zeigerpflanzen und Bienenhonig wurde damit eine weitere, freiwillige Kontrollmaßnahme durch den Flughafen durchgeführt.

Die freiwillige Luftschadstoffmessung wurde durch die Flughafen Leipzig/Halle GmbH mit Vertretern der Stadt Schkeuditz und der Bürgerinitiative "Gegenlärm" abgestimmt.

Die Messdauer betrug 14 Monate.

Die Messparameter sind:

  • PM10
  • NO2 (+NO)
  • Benzol, Toulol, Xylol
  • O3
  • SO2
  • CO
  • PM2,5
  • B(a)P
  • VOC

Auszug aus dem Abschlussbericht über die Luftqualitätsmessungen in Schkeuditz-Ost

Die Flughafen Leipzig/Halle GmbH beauftragte die TÜV SÜD Industrie Service GmbH mit der Durchführung von Immissionsmessungen an der Blumenstraße in Schkeuditz-Ost über einen Zeitraum von zwölf Monaten. Der Messzeitraum wurde auf 14 Monate verlängert.

Bei der Auswertung der Messungen über 14 Monate wurde jeweils ein gleitender Mittelwert über zwölf Monate gebildet. Es stehen somit die Jahreskenndaten für drei Auswertezeiträume zur Verfügung. Für alle Auswertezeiträume werden die Beurteilungswerte zum Schutz der menschlichen Gesundheit von allen Messkomponenten eingehalten.

Die mittleren gemessenen Konzentrationen liegen für alle Schadstoffe deutlich unter den jeweiligen Beurteilungswerten für das Jahresmittel.

Für die Schadstoffe Schwefeldioxid (SO2 ), Stickstoffdioxid (NO2 ), Kohlenmonoxid (CO), Ozon (O3 ) und auch Schwebstaub (PM10) gibt es zusätzlich Kurzzeitgrenzwerte die sich je nach Schadstoff auf den Tagesmittelwert, den 1h-Mittelwert oder den 8h-Mittelwert beziehen. In der Regel gelten die Grenzwerte als eingehalten, wenn die maximal erlaubte Anzahl an Überschreitungen in einem Jahr nicht überschritten wird.

Schadstoffmobil des TÜV SüdSchadstoffmobil des TÜV Süd

Für die Schadstoffe Schwefeldioxid (SO2 ), Stickstoffdioxid (NO2 ) und Kohlenmonoxid (CO) wurden im Messzeitraum keine Überschreitungen von Grenzwerten für die Kurzzeitbelastung festgestellt. Für Partikel PM10 liegt die mittlere Konzentration im Auswertezeitraum unterhalb des Jahresgrenzwerts.

Für Benzo(a)pyren (BaP) im PM10 wird für alle betrachteten Auswertezeiträume der Zielwert eingehalten. Wie erwartet liegen die Messwerte in den Sommermonaten deutlich niedriger als in der Winterzeit.

Ergänzend zu den als Monatsmittelwerten bestimmten aromatischen Kohlenwasserstoffen und den kerosintypischen Alkanen werden stichprobenartig Luftproben gesammelt und mittels GCMS-Screening die gefundenen flüchtigen organischen Verbindungen (VOC) identifiziert und quantitativ bestimmt.

Fazit: Alle Messergebnisse im Messzeitraum halten die Beurteilungswerte zum Schutz der menschlichen Gesundheit ein.

 Abschlussbericht über die Luftqualitätsmessungen in Schkeuditz-Ost [pdf]
 Anhang zum Abshlussbericht über die Luftqualitätsmessungen in Schkeuditz-Ost [pdf]