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Lärmmessungen

Die Flughafen Leipzig/Halle GmbH betreibt eine vom Gesetzgeber vorgeschriebene Fluglärmmessanlage. Diese besteht aus zehn modernen stationären Fluglärmmessstellen. Damit wird eine konstante Überwachung des Dauerschallpegels und der Maximalpegel (Einzelschallereignis) gewährleistet.

Die Messergebnisse der zehn Messstellen (chronologisch sortiert) können unter folgenden Links eingesehen und heruntergeladen werden.

Lärmmessberichte:

Messstellen

Lage der Messstellen:

Messstelle 1: Neue Straße 1 in 06184 Kabelsketal / OT Großkugel 

Messstelle 2: Thomas-Müntzer-Straße 55 in 06258 Schkopau / OT Raßnitz

Messstelle 3: Schulstraße 1 a in 06184 Kabelsketal / OT Gröbers

Messstelle 4: stennewitzer Str. 27 in 06184 Kabelsketal / OT Naundorf

Messstelle 5: Zur Neuen Siedlung (Feuerwehr) in 06258 Schkopau / OT Döllnitz 

Messstelle 6: Milanstraße 4 c in 04435 Schkeuditz / OT Radefeld

Messstelle 7: Dorfstraße 17 in 04435 Schkeuditz  / OT Wolteritz

Messstelle 8: Haupstraße 11 in 04519 Rackwitz 

Messstelle 9: Birkengasse 10 in 04356 Leipzig / OT Hohenheida

Messstelle 10: Eschenbreite in 04435 Schkeuditz / OT Modelwitz

Erhebung und Auswertung der Daten

Kontinuierlich wird an allen Messstellen jede Sekunde ein Messwert aufgezeichnet. Der so ermittelte Pegelzeitverlauf ermöglicht es, mit Hilfe standortspezifischer Parameter Fremdgeräusche wie beispielsweise Autolärm, Vögel oder Blätterrauschen auszufiltern.

In der Nacht werden die Messwerte bzw. Lärmereignisse vom Vortag in einen zentralen Rechner am Flughafen übertragen. Auf Basis von Radardaten der Deutschen Flugsicherung werden dort Flugbewegungen zugeordnet. Das heißt, jedes Fluglärmereignis wird mit der verursachenden Flugbewegung korreliert.

Unter Verwendung der Meteorologiedaten wird zudem geprüft, ob im Messzeitraum extreme Witterungsbedingungen (z. B. sehr hohe Windgeschwindigkeiten) vorherrschten. Sollte das der Fall sein, werden die unter diesen Bedingungen erhobenen Lärmereignisse automatisch gekennzeichnet und aus der Statistik entfernt.

Aus den Fluglärmereignissen und Korrelationen lassen sich die wichtigsten akustischen Kenndaten, z. B. der nach DIN 45643 festgelegte akustische Dauerschallpegel, für einen Monat berechnen.

Die Daten werden durch das Sächsische Staatsministerium für Wirtschaft und Arbeit, Referat Luftverkehr sowie durch die Lärmschutzkommission des Flughafens Leipzig/Halle kontrolliert.

Die Fluglärmmessanlage des Flughafens wird durch vier mobile Fluglärmmessstellen ergänzt, welche den stationären Anlagen technisch gleichwertig sind. Auf Anfrage von Ortschaftsräten und Bürgerinitiativen können diese mobilen Messanlagen in Abstimmung mit der Fluglärmkommission in den jeweiligen Ortschaften aufgestellt werden. Somit ist eine jährliche Kontrolle der Schallschutzmaßnahmen sowie der Schutzgebiete durch die Fluglärmkommission und die zuständige Behörde gesichert.

Weiterhin war von 2007 bis 2009 eine Bodenlärmmessstelle des Landesamtes für Umwelt und Geologie im Bereich des erweiterten Nachtschutzgebietes, südlich des Vorfeldes der DHL, im Einsatz.

Unabhängig davon führt der Flughafen Leipzig/Halle zu Kontrollzwecken der Durchführung der passiven Schallschutzmaßnahmen nächtliche Messungen in ausgewählten Schlafräumen durch.

Begriffserläuterungen

Aufwachreaktion (AWR)

Aufwachreaktion bedeutet eine Dosis-Wirkungs-Beziehung von nächtlichem Fluglärm und der Auswirkung auf den Schlaf.

Äquivalenter Dauerschallpegel (Leq)

Bei der Beurteilung von Lärm werden verschiedene Komponenten in Betracht gezogen. Nicht nur die Intensität des Lärms, sondern auch seine Dauer und Häufigkeit sind wichtig. Die Spitzenpegel werden besonders berücksichtigt. Beim äquivalenten Dauerschallpegel (Leq) wird der über eine bestimmte Zeit an einem bestimmten Ort gemessene Lärm auf ein vergleichbares Dauergeräusch umgerechnet. Der Leq wird in dB(A) ausgedrückt und ist ein weltweit anerkanntes Maß. Auch bei den im Gesetz zum Schutz gegen Fluglärm festgelegten Werten handelt es sich um äquivalente Dauerschallpegel.

Der meist benutzte Wert ist der energieäquivalente Dauerschallpegel Leq(3). Die Zahl in Klammern (3) gibt den Verdoppelungsparameter an. Dies bedeutet, die doppelte Zahl gleichartiger Schallereignisse führt ebenso wie die gleiche Zahl doppelt so lauter Einzelschallereignisse zu einem Anstieg des Dauerschallpegels um 3 dB(A) (das "A" bedeutet, dass das Frequenzspektrum der Geräusche entsprechend der Empfindlichkeit des menschliches Ohrs korrigiert wurde).

Der Leq(3) berechnet sich aus der logarithmischen Summe der Schallereignispegel SEL (oder auch Lax genannt).

Dezibel – dB(A)

Der zehnte Teil eines Bel. Ein Bel ist definiert als der dekadische Logarithmus des Verhältnisses zweier gleichartiger Größen. Wird üblicherweise zur Messung des Schallpegels benutzt, wobei die aktuelle Schalleistung ins Verhältnis zu einer vereinbarten Bezugsschalleistung gesetzt wird. Abkürzung: dB.

Rechenvorschrift:
LP = 10 * log(P / P0) in dB
P = Schalleistung
p0 = Bezugsschalleistung (Hörschwelle, 10-12 Watt)
Ein Dezibel entspricht ungefähr der kleinsten wahrnehmbaren Änderung der Lautstärke, die ein Mensch empfinden kann. Schallpegel werden international als A-Pegel angegeben - dB(A). Diesem A-Pegel liegt eine Frequenzbewertung zugrunde, die an die Empfindlichkeit des menschlichen Gehörs angelehnt ist und somit auch den unterschiedlichen Klang von Geräuschen berücksichtigt. Die Messskala für dB(A) ist logarithmisch. Eine Erhöhung um 10 dB(A) entspricht etwa einer Verdoppelung der Lärmwahrnehmung.

Lärmimmission

Einwirkender Lärm, z. B. auf ein Wohngebiet, eine Wohnung oder einen Arbeitsplatz.

Lärmindex LDEN

Der Tag-Abend-Nacht-Lärmindex (Day-Evening-Night) LDEN in Dezibel (dB)

  • LDay ist der A-bewertete äquivalente Dauerschallpegel gemäß ISO 1996-2: 1987, wobei der Beurteilungszeitraum ein Jahr beträgt und die Bestimmungen an allen Kalendertagen am Tage erfolgen.
  • LEvening ist der A-bewertete äquivalente Dauerschallpegel gemäß ISO 1996-2: 1987, wobei der Beurteilungszeitraum ein Jahr beträgt und die Bestimmungen an allen Kalendertagen am Abend erfolgen.
  • LNight ist der A-bewertete äquivalente Dauerschallpegelgemäß ISO 1996-2: 1987, wobei der Beurteilungszeitraum ein Jahr beträgt und die Bestimmungen an allen Kalendertagen in der Nacht erfolgen.

Für die Lärmindizes gilt:

  • Als "Tag" gilt ein Zeitraum von 12 Stunden, der um 6.00 Uhr beginnt, als "Abend" gilt ein Zeitraum von 4 Stunden, der um 18.00 Uhr beginnt, als "Nacht" gilt ein Zeitraum von 8 Stunden der um 22.00 Uhr beginnt.
  • Ein Jahr ist das für die Schallemission ausschlaggebende und ein hinsichtlich der Witterungsbedingungen durchschnittliches Kalenderjahr.

Lärmempfinden / Lärmmessung

Mit objektiven Messverfahren allein ist nur Lautstärke, nicht aber Lärm zu erfassen. Bei der Messung von Schall wird jedoch die Eigenart der Wahrnehmung durch das menschliche Gehör berücksichtigt. Um dem Lautstärkeempfinden näherungsweise gerecht zu werden, wurde für akustische Messungen ein logarithmischer Maßstab gewählt. Die Maßeinheit ist das Dezibel, abgekürzt dB. Der Hörschwelle ist der Wert Null dB zugeordnet, der zehnfach stärkeren Schallintensität der Wert 10 dB, der hundertfachen 20 dB usw. Denn: Eine Verzehnfachung der Schallintensität empfindet das Gehör als Verdoppelung der Lautstärke.

Die Schmerzgrenze liegt bei etwa 130 dB. Da das Gehör zudem unterschiedlich empfindlich gegen hohe und tiefe Töne ist, wird in die Messgeräte zusätzlich ein genormter A-Filter eingeschaltet. Die Maßeinheit wird dementsprechend dB(A) genannt.

Lautstärke

Das physikalische Attribut der Stärke eines Schalls. Wird meist als Schallpegel in Dezibel angegeben, mitunter auch als Schallintensität.

Maximalpegel

Maximaler Wert eines Schallereignisses, auch Spitzenpegel genannt. Der Maximalpegel und die Länge eines Fluglärmereignisses gehen in die Berechnung des Schallereignispegels (SEL) ein, und der SEL in die Berechnung des Dauerschallpegels Leq(3).

Schall(druck)pegel

Die Größe des Schalldrucks einer Quelle X im Verhältnis zum Bezugsschalldruck p0. L = 20 log (px/p0). Wird in Dezibel (dB) angegeben, oft mit Frequenzbewertung [z.B. dB(A)].

Schallereignispegel (SEL) oder auch LAX

(auch LAE) Mit dem LAeq eng verwandter Parameter, mit dem einzelne Ereignisse erfasst werden (z.B. Fluglärm-Überflüge, Vorbeifahrten). Dabei wird die Schallenergie auf eine Zeitdauer von 1 sec normiert. Nach DIN 45643 [5] wird der LAX aus dem Maximalpegel und der so genannten t10- Zeit folgendermaßen berechnet:

LAX = LASmax + 10 log (t10/tref) – 3 dB
(tref = 1 Sekunde)

Unter der Ereignisdauer t10 (t10-Zeit) eines Flugereignisses wird die Zeit verstanden, in der der sekündliche Schallpegel größer als –10 dB des Maximalwertes ist (t10-Zeit).

Schallgeschwindigkeit

Ausbreitungsgeschwindigkeit des Schalls. Sie ist vom Medium und dessen Temperatur abhängig. Bei Normaltemperatur beträgt sie etwa 340 m/s.

Spitzenpegel

Maximal erreichter Schallpegel in einem diskontinuierlichen Geräusch, auch Maximalpegel genannt.

Zeitbewertung

Um schwankende Schallpegel auf den früher üblichen Zeigerinstrumenten verfolgen zu können, wurden verschiedene Zeitkonstanten eingeführt: Fast, Slow, Impulse. In den Normen wird in der Regel vorgeschrieben, welche Z. anzuwenden ist.

Kurze Schallimpulse werden oftmals als wesentlich störender empfunden, als längere Schallereignisse. Deshalb wird bei Geräuschmessungen die Dauer der einzelnen Schallimpulse durch eine Zeitbewertung berücksichtigt. Bei der Fluglärmmessung wird die Zeitbewertung SLOW verwendet.

Fluglärmkommision

Kommission zum Schutz gegen Fluglärm und Luftschadstoffe für den Flughafen Leipzig/Halle

Für Verkehrsflughäfen wird nach § 32b des Luftverkehrsgesetzes (LuftVG) eine Kommission gebildet, welche die Genehmigungsbehörde des Flughafens sowie das Bundesaufsichtsamt für Flugsicherung und die zuständige Flugsicherungsorganisation über Maßnahmen zum Schutz gegen Fluglärm und gegen Luftverunreinigungen durch Luftfahrzeuge berät.

Die Fluglärmkommission am Flughafen Leipzig/Halle ist ein Gremium, dem zurzeit 21 Mitglieder angehören. Die Mitglieder der Kommission werden von der Genehmigungsbehörde, dem Sächsischen Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr, berufen.
Die Kommission trifft sich regelmäßig im März und November jeden Jahres, bei Bedarf auch öfter.
Die Kommission ist über alle anstehenden Maßnahmen zum Lärmschutz zu unterrichten. Sie kann selbst Maßnahmen zum Schutz gegen Fluglärm vorschlagen. Diese Vorschläge besitzen keinen verpflichtenden, sondern empfehlenden Charakter. Halten die Genehmigungsbehörde, das Bundesaufsichtsamt für Flugsicherung oder die Flugsicherungsorganisation die vorgeschlagenen Maßnahmen für nicht geeignet oder für nicht durchführbar, so müssen sie dies der Kommission unter Angabe der Gründe mitteilen.

Weitere Informationen zur Fluglärmkommission finden Sie auf der Internetseite des Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr.

Ursachen

Geräusche gehören zum täglichen Leben.
Die Geräuschkulisse, die von Verkehrsmitteln (besonders die vom Luftverkehr) verursacht wird, weist eine besondere Charakteristik auf.
Lärm ist jedes als störend empfundene Geräusch - also eine subjektive Größe, die jeder Mensch individuell unterschiedlich beurteilt.

Das Ausmaß einer Fluglärmbeeinträchtigung ist abhängig von:

  • der Anzahl an Flugbewegungen pro Zeiteinheit,
  • von Intensität und Frequenz der vom Luftfahrzeug emittierten Geräusche,
  • von der zeitlichen Verteilung der Flüge,
  • (in geringem Umfang) von der gewählten An- bzw. Abflugroute.

Triebwerke sind die wesentlichsten Schallquellen der Luftfahrzeuge. Dies gilt besonders für den Startvorgang. In den letzten Jahren wurden enorme technische Fortschritte bei der Lärmminderung erzielt. Daher ist mittlerweile der Einfluss der Triebwerke am Gesamt-Geräuschpegel erheblich gesunken.

Moderne Luftfahrzeuge und mit ihnen moderne Mantelstrom-Triebwerke sind gegenüber der ersten Generation strahlgetriebener Verkehrsflugzeuge um bis zu 30 Dezibel (db) leiser. Dies entspricht einer Lärmreduzierung um bis zu 90%.

Fluglärm-Portal 

Die deutschen Fluggesellschaften, Flughäfen und die Deutsche Flugsicherung haben gemeinsam ein Internetportal entwickelt, um das Informationsangebot zum Thema Fluglärm im Netz zu verbessern. 

Die Website ist unter der Adresse www.fluglärm-portal.de zu erreichen.