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FAQs

Was versteht man unter Fuel Dumping und wann wird es eingesetzt?

Unter Fuel dumping versteht man ein Treibstoffablassverfahren für Notfallsituationen.

Langstreckenflugzeuge wie beispielsweise A330, B747, B777 oder MD11 verfügen über eine hohe Aufnahmekapazität für Treibstoff (Kerosin). Ihr höchstzulässiges Startgewicht (MTOW = Maximum Take Off Weight) liegt deutlich über dem maximalen Landegewicht (MLW = Maximum Landing Weight). Diese Flugzeugmuster sind daher bauartbedingt nicht in der Lage, in voll getanktem Zustand zu landen. Spezielle Vorrichtungen ermöglichen ihnen, bei (technischen) Problemen nach dem Start, überschüssigen Treibstoff abzulassen und so wieder zu landen.

Für ein Treibstoffablassverfahren bedarf es immer einer Genehmigung durch die zuständige Flugsicherungsstelle. Diese weist der betroffenen Maschine einen gesonderten Luftraum für das Ablassverfahren zu. Der Luftraum wird so gewählt, dass eine Beeinträchtigung des öffentlichen Lebens weitgehend ausgeschlossen werden kann.

Für ein Fuel Dumping ist eine Mindestflughöhe von 1.500 m über Grund sowie eine Mindestfluggeschwindigkeit von 500 km/h vorgeschrieben.
Auf Grund der Vernebelung des abgelassenen Kerosins in der Atmosphäre und dessen Verdampfung durch Strahlungsenergie der Sonne ist es unter normalen Wetterbedingungen höchst unwahrscheinlich, dass merkbare Treibstoffmengen am Boden nachgewiesen werden können.

Im Fall von Fuel Dumping erreichen höchstens 0,02 g Kerosin einen Quadratmeter Boden. Das entspricht der Menge eines Schnapsglases auf einer Fläche von 1.000 qm. Laufend durchgeführte aktuelle Messungen bestätigen dies. Fuel Dumping ist ausschließlich für Notfälle vorgesehen und ist derzeit durchschnittlich deutschlandweit nur je einmal pro 30.000 Starts zu verzeichnen.

Schmalrumpfflugzeuge, die für Kurz- und Mittelstrecke konzipiert sind (z.B. A320, B737, B757, MD80) sowie die Mittelstrecken-Widebodies (Großraumflugzeuge) A300 und A310 verfügen nicht über Vorrichtungen zum Treibstoffablass.
Bei diesen Maschinentypen ist die Differenz zwischen MTOW und MLW so gering, dass in Notfällen grundsätzlich Übergewichtslandungen durchgeführt werden können. Bei hoher Luftfeuchtigkeit können hinter landenden Flugzeugen Dunstfahnen sichtbar werden, die von Tragflächenkanten ausgehen. Dabei handelt es sich nicht um abgelassenen Treibstoff, sondern um in Luftwirbeln kondensierte Luftfeuchtigkeit, die als Nebelfahne sichtbar wird.

(Vgl.: ADV)

Was sind Wirbelschleppen und wie entstehen sie?

Als Wirbelschleppen werden die zwei gegenläufigen Luftwirbel bezeichnet, die jedes Flugzeug auf seiner Flugbahn hinterlässt.

Die Luftwirbel entstehen, weil infolge des Druckunterschieds zwischen Unter- und Oberseite der Auftrieb erzeugenden Tragflächen an deren Enden eine Umströmung von unten nach oben erfolgt. Bei ausgefahrenen Landeklappen verstärkt sich die Intensität der hinter dem Flugzeug verbleibenden schlauchartigen Wirbel.

Im Normalfall lösen sich Wirbelschleppen rasch auf. Bei Windstille und hohen Temperaturen können sie jedoch lange genug stabil bleiben, um auch außerhalb des Flugplatzgeländes den Boden zu erreichen.

Was bedeutet Schubumkehr und wann wird sie eingesetzt?

Unter Schubumkehr versteht man eine Methode, bei der durch Umlenken des Schubes entgegengesetzt zur eigenen Bewegungsrichtung ein Luftfahrzeug abgebremst wird.

Grundsätzlich liegt die Entscheidung über den Einsatz des Verfahrens beim Piloten, der diese unter Berücksichtigung von Sicherheitsaspekten trifft.
Die Schubumkehr darf am Flughafen Leipzig/Halle nur unter Auflage eingesetzt werden. „Der Einsatz von Schubumkehr beim Landen der Luftfahrzeuge ist auf den Start- und Landebahnen nur aus Gründen der Flugsicherheit zulässig.“ Dies ist im Luftfahrthandbuch für den Standort Flughafen Leipzig/Halle veröffentlicht.

Eine „Geräuschimmissionsmessung zur Bewertung der Schubumkehr beim Landeanflug“ des Sächsischen Staatsministeriums für Wirtschaft und Arbeit wies für den Flughafen Leipzig/Halle in einer exemplarischen Nacht bei zwei von 32 Landevorgängen den deutlich hörbaren Einsatz der Schubumkehr nach.