Biomonitoring mit Grünkohl
Grünkohlpflanzen eignen sich als sogenannte Zeigerpflanzen im besonderen Maße zur Ermittlung etwaiger Luftschadstoffbelastungen.
Der TÜV Süd untersuchte mit Hilfe dieser Nutzpflanzen die Luftqualität am Airport. Er kam zu dem Ergebnis, dass diese als typisch für ländlich geprägte Standorte einzustufen ist. Somit wurden auch keinerlei Beeinträchtigungen der gartenbaulichen Nutzung festgestellt.
Kontakt
Im Labor herangezogene Grünkohlpflanzen wurden von Oktober bis Dezember 2008 an acht Orten im unmittelbaren Umfeld des Flughafens angepflanzt. Die Dauer des Versuches entsprach dem Verlauf eines natürlichen Vegetationszyklus. Zur Ermittlung der Luftqualität wurden die Grünkohlpflanzen in Gefäßen mit einer eigenen Wasserversorgung freistehend über dem Boden ausgebracht. Damit konnte sichergestellt werden, dass der analysierte Schadstoffgehalt ausschließlich auf die mögliche Schadstoffbelastung der Luft zurückzuführen ist.
An folgenden acht Standorten wurden die Grünkohlpflanzen ausgebracht:
- Schkeuditz-Nord, Kleingartenlage südlich des DHL Hangars
- Schkeuditz-Süd, Kleingartenanlage südlich der B6
- Altscherbitz, im Bereich der Ausgleichsmaßnahmen
- Papitz, am Rande der Kleingartenanlage gegenüber dem Tanklager
- Siedlung Modelwitz
- Lützschena, Ende Windmühlenweg
- Freiroda, Windmühlenstraße
- Kursdorf, Kursdorfer Ring
Testergebnisse
Nach dem Abschluss der Testphase wurden die Grünkohlpflanzen im Labor auf Schadstoffbelastungen sowie mögliche, für den menschlichen Verzehr, gesundheitsrelevante Schadstoffanreicherungen untersucht. Die Analyse ergab, dass Beeinträchtigungen im Rahmen gartenbaulicher Nutzungen auszuschließen sind. Die Werte liegen somit auch deutlich unterhalb der Spitzenwerte von städtisch-industriell geprägten Standorten.
Fazit des TÜV Süd
Nach Abschluss der Untersuchungen wurde durch den TÜV Süd bestätigt, dass ein maßgeblicher Einfluss des Flughafenbetriebes auf die Schadstoffanreicherung in den Bioindikatorpflanzen nicht festzustellen ist.
Die Untersuchungsergebnisse wurden zudem durch Messauswertungen der Luftschadstoffmessstation des Freistaates Sachsen, nördlich der Helios-Klinik Schkeuditz, bestätigt. Die hier erfassten Daten ergaben ebenfalls keine Überschreitung zulässiger Grenzwerte.


