Landschaftsgestaltung
Mit dem Begriff "Flughafen" assoziiert man nicht sofort Natur. Dennoch ist ein Flughafengelände auch ein Naturraum.
Den größten Anteil an der Gesamtfläche eines Flughafens nehmen Grünflächen ein. Auf den internationalen Verkehrsflughäfen Deutschlands beträgt der Grünflächenanteil durchschnittlich 70%.
Bei der Gestaltung und Bewirtschaftung von Flughafengrünland steht die Flugsicherheit im Vordergrund. Hindernisfreiheit und Tragfähigkeit sind wichtige Kriterien, aber auch die Verringerung der Attraktivität für Schwarm- und Großvögel, die dem Luftverkehr gefährlich werden können.
Der Flughafen ein Naturschutzgebiet?
Natürlich ist der Anteil an versiegelten Flächen im Bereich eines Flughafens hoch. Jedoch darf nicht vergessen werden, dass der Luftverkehr im Vergleich aller Verkehrsträger mit dem geringsten Flächenbedarf auskommt. (Quelle: ADV)
Im Fall des Flughafen Leipzig/Halle sind nach dem Ausbau der Start- und Landebahn Süd insgesamt 241,33 Hektar des Areals Grünflächen.
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Umweltschonende Bewirtschaftung

Ökologische Ausgleichsmaßnahmen
Der Ausbau der Start- und Landebahn Süd mit Vorfeld war in seiner Größe in mehrfacher Hinsicht ein Eingriff in das Erscheinungsbild und den Charakter einer Region. Bei der Planung und Gestaltungsfindung zum Ausbau des Flughafen Leipzig/Halle war es ein besonderes Anliegen aller Beteiligten, verantwortungsvoll auf die Wechselbeziehung zwischen der Umwelt und dem Flughafen einzugehen.
Um die Artenvielfalt im Umland zu erhalten, wurden und werden auch weiterhin zahlreiche Projekte des Landschaftsbebauungs-planes zur Schaffung ökologischer Ausgleichsmaßnahmen umgesetzt. Im Rahmen dieser Ausgleichsmaßnahmen sind bis heute rund 375 Hektar Gelände begrünt worden.
Kernstücke des ökologischen Ausgleichs sind der „Gerbisdorfer Graben“, das Naturdenkmal „Gerbisdorfer Sandgruben“, der „Geländespeicher Nord“, Flächen südlich von Radefeld und Freiroda, „Kalter Born“, das Gelände der ehemaligen Malzfabrik oder das „Alte Stadtbad Schkeuditz“.
Das 14 Hektar große Teilprojekt „Gerbisdorfer Sandgruben“ umfasst umfangreiche Laichgewässer, die umgesiedelt wurden, Flachwasserbiotope, Waldparzellen und einschürige Wiesen.
Der „Geländespeicher Nord“ mit einer Größe von 28 Hektar ist Teil des Biotopverbundkorridors zu den „Gerbisdorfer Sandgruben“. Der Speicher dient in erster Linie der Regenwasserrückhaltung. Trittsteinbiotope schaffen Verbindungen zwischen separat liegenden Waldstücken und Biotopen und sichern einen natürlichen Übergang von Flora und Fauna. Zu den Maßnahmen gehören weitere Teichabschnitte, die Renaturierung von Bachläufen und die Anlage von Waldparzellen, Hecken und Krautfluren.
Entlang des „Kalten Born“, einem Bach in Schkeuditz-Ost (Altscherbitz) entstand auf ehemaligen Ackerflächen eine parkartige Landschaft. In Mitten von Wiesen, Feldgehölzen, Hecken und Baumreihen sind verschiedene Sitzgelegenheiten eingebettet. Das Areal erfüllt dadurch gleich mehrere Funktionen. Zum einen wird der Naturhaushalt entlastet, indem Böden in ihren natürlichen Funktionen einschließlich des Wasserrückhalts gestärkt werden. Es bilden sich wertvolle Lebensräume für Arten der kleinstrukturreichen Kulturlandschaften, z.B. Feldhase, Nachtigall oder Neuntöter heraus. Zudem entsteht eine etwa 18 ha große Ruhezone mit einem reich gestalteten Landschaftsbild, welches als Erholungsgebiet für Anwohner der angrenzenden Wohngebiete zur Verfügung steht. Zugleich dient das Areal mit seinen Feldgehölzen der Abschirmung gegenüber der Bahnlinie, der B6 und dem Vorfeld des Flughafens sowie der Kaltluftbildung und Luftreinhaltung.
Ziel unserer Bemühungen um ökologischen Ausgleich ist die partielle Wiederherstellung der gebietstypischen aueartigen Landschaft und der Erhalt von Lebensräumen rings um den Flughafen Leipzig/Halle.


