Flughafen Leipzig-Mockau

Illustration: Karte von Mockau

Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges konnten in Mockau erst ab 1919 wieder Linien- und Sonderflüge und später Messeflugverkehr aufgenommen werden. Nachdem 1923 die alliierten Beschränkungen für den Luftverkehr aufgehoben wurden, eröffnete Reichspräsident Ebert den »Weltflughafen Leipzig« neu - eine Bezeichnung, von der die Realität freilich noch einiges entfernt war.

Aber schon zwei Jahre später, 1925, erreichte Leipzig mit 3.502 Starts den dritten Platz in der Rangliste der verkehrsreichsten Luftfahrtknoten Deutschlands. Der Luftverkehr in Leipzig wurde vor allem von der Gesellschaft »Junkers-Luftverkehr« getragen, die Verbindungen u.a. von und nach Bremen, Hamburg, Berlin, Dresden, Breslau, Frankfurt, München und Essen unterhielt. Es entstanden mehrere neue Flugzeughallen und 1928 ein Empfangs- und Verwaltungsgebäude. Als die Gesellschaft »Junkers-Luftverkehr« 1926 in der »Deutschen Lufthansa« aufging, orientierte sich die nun in der Luftverkehrspolitik maßgebliche Reichsregierung auf den neu entstandenen Flughafen in Schkeuditz. Mockau verlor damit nach und nach seine Bedeutung für den Luftverkehr.

Im Unterschied dazu wurde der Platz für die Flugzeugindustrie interessant. Mehrere wichtige Unternehmen, die nach der nationalsozialistischen Machtübernahme zunehmend in die deutsche Luftrüstung eingebunden waren, arbeiteten hier. Im September 1938 übernahm schließlich die Wehrmacht den Flugplatz. Ende des Zweiten Weltkrieges zerstörten alliierte Luftangriffe große Teile der Produktionsanlagen und des Flugplatzes, weitere wurden demontiert.

Erst 1949 war es wieder möglich, in Mockau unter provisorischen Bedingungen den Messeflugverkehr, zunächst unter sowjetischer Regie, aufzunehmen. In den Jahren 1955/56 wurden u.a. das Empfangs- und Flugsicherungsgebäude ausgebaut, das Vorfeld betoniert und, nach der Übernahme durch die »Deutsche Lufthansa (Ost)« 1956, weitere technische Verbesserungen vorgenommen. Mockau wurde in das Inlandflugnetz der DDR integriert. Da jedoch Erweiterungen nicht mehr möglich waren, verlegte man zunächst den Messeflugverkehr und 1972 alle weiteren Verkehrsflüge nach Schkeuditz.


Zeitverlauf

  • 1919: Von März bis November starten und landen 950 Flugzeuge.
  • 1928: Die Junkers Flugzeug- und Motorenwerke AG errichten in Mockau eine Reparaturwerft.
  • 1932: Die 1.500 Meter lange betonierte Start- und Landebahn wird gebaut.
  • 1935: Ein Serienwerk der Erla-Maschinenbau GmbH beginnt mit der Produktion.
  • 14. April 1945: Die Produktion wird eingestellt. Amerikanische Truppen besetzen zwei Tage später den Platz.
  • 1. März 1963: Der Messeflugverkehr wird nach Schkeuditz verlegt.
  • 6. März 1972: Das letzte Verkehrsflugzeug startet in Mockau. Der Flughafen wird für Agrarflüge weiter genutzt.
  • Nach 1990: Auf dem Flughafengelände entstehen die Neue Messe Leipzig und ein Versandhaus.

Illustration: Neueröffnung des Flughafens Leipzig-Mockau, 1923
Neueröffnung des Flughafen Leipzig-Mockau, 1923
Illustration: Firmenzeichen der Leipziger Luftschiffhafen und Flugplatz AG
Firmenzeichen der Leipziger Luftschiffhafen und Flugplatz AG

 
Illustration: AN-24 der INTERFLUG in Leipzig-Mockau, 1966
AN-24 der INTERFLUG in Leipzig-Mockau, 1966
Illustration: Ehemaliges Abfertigungsgebäude in Mockau, 1997
Ehemaliges Abfertigungsgebäude in Mockau, 1997

 
 

tracking