Die Anfänge: Halle/Saale

Wie auch in Leipzig, markierte ein Ballonstart den Beginn der Hallenser Luftfahrt. Für den 29. September 1845 war ein erster Aufstieg in der Stadt angekündigt. Viele weitere Fahrten folgten und im Mai 1909 erblickten die Hallenser zum ersten Mal ein Luftschiff über ihrer Stadt. In den folgenden Jahren entstanden rund um Halle mehrere Flugfelder, auf denen Hallenser Konstrukteure eigene Entwürfe verwirklichten und die Flugpioniere der Stadt erste Erfahrungen sammelten.
Nach dem Beginn des Ersten Weltkrieges richtete das preußische Kriegsministerium im Nordosten der Stadt, nahe dem Dorf Mötzlich, einen der größten deutschen Militärflugplätze ein. Bis zu 120 Flugzeuge waren hier stationiert. Sie dienten zumeist Ausbildungszwecken, aber auch erste Experimente mit Luftbildkameras wurden hier durchgeführt. Als die Luftstreitkräfte nach dem Ende des Krieges abgerüstet und deren Anlagen zerstört werden mussten, wurde der Flugplatz Mötzlich aufgegeben.
Erst 1925 verfügte Halle mit dem Flugplatz Nietleben wieder über einen für den Verkehrsflug geeigneten Platz. Bald wurden Flugstrecken durch Aero Lloyd bedient, die die Stadt mit Berlin, Leipzig, München, Innsbruck und Stuttgart verbanden. Als 1927 dann der leistungsfähigere Flugplatz in Schkeuditz den Hallenser Luftverkehr übernahm, nutzen vor allem Flugsportler den Platz in Nietleben. Im Folgenden befand sich zwischen 1936 und 1945 die Luftnachrichtenschule Halle auf dem Platz, der damit zunächst militärisch genutzt wurde. Ab 1948 verwendete die Gesellschaft für Sport und Technik (GST) der DDR das Areal, welches dann in den 60er Jahren überbaut wurde.
Die deutsche Luftrüstung nach 1933 führte zu einer Wiederbelebung der Anlagen in Mötzlich, wo ab 1934 das Hauptwerk der »Siebel-Flugzeugwerke« entstand. Ende 1944 fertigten hier mehr als 8.700 Beschäftigte militärisches Fluggerät. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurden die Werksanlagen demontiert und der Platz endgültig überbaut.
Zeitverlauf
- 14. September 1913: »Hallescher Zeppelintag«: Rundfahrten mit Luftschiff Zeppelin - 17 "Sachsen"
- April 1912: In Halle-Beesen wird der erste Flugplatz der Stadt eingerichtet. Er besteht bis 1914.
- 15. Januar 1917: Der Flugplatz Mötzlich wird in Betrieb genommen.
- 4. Juni 1925: Anlässlich des »Deutschland-Rundfluges« landen erste Flugzeuge auf dem Flugplatz Nietleben. Die offizielle Eröffnung findet am 15. August 1925 statt.
- Sommer 1926: 14 Flugverbindungen der nunmehr zur »Deutschen Lufthansa« fusionierten »Aero Lloyd« wurden vom Flugplatz Nietleben aus bedient.
- Juli und August 1944: Die Siebel-Flugzeugwerke und ihr Flugplatz in Mötzlich werden durch alliierte Luftangriffe schwer beschädigt.




