Flughafen Leipzig 1989-1994

Die politischen und wirtschaftlichen Veränderungen seit dem Herbst 1989 führten dazu, dass die staatliche Fluggesellschaft INTERFLUG, die bis dahin auch für den Betrieb aller zivilen Flughäfen der DDR verantwortlich gewesen war, in verschiedene Teilgesellschaften aufgegliedert wurde. So entstand am 17. September 1990 die Flughafen Leipzig GmbH, deren alleinige Gesellschafterin zunächst die Treuhandanstalt war. Die neue GmbH hatte sofort und ununterbrochen den sicheren Betrieb des Flughafens zu gewährleisten und sich gleichzeitig den enormen Strukturveränderungen des wirtschaftlichen Umbruchs zu stellen.
Dabei wurde besonders der fehlende planerische Vorlauf - Voraussetzung für zügige Investitionen in die Flughafenanlagen - zum Hemmnis. In dieser Situation halfen westdeutsche Kollegen: Die Flughäfen in München, Hannover und Frankfurt stellten Technik zur Verfügung und ein Münchner Planungsteam unterstützte die Leipziger, sodass nach nur vier Monaten im Februar 1991 ein mehrstufiger Masterplan zur Entwicklung des Flughafens vorgestellt werden konnte.
Nachdem sich im Verlauf des Jahres 1990 Landes- und Kommunalverwaltungen konstituiert hatten, konnte im Juni 1991 die nunmehr Flughafen Leipzig/Halle GmbH genannte Gesellschaft durch die Länder Sachsen und Sachsen-Anhalt, die Städte Leipzig, Halle und Schkeuditz sowie die Landkreise Leipziger Land und Delitzsch übernommen werden. Parallel zur Neuordnung der Eigentumsverhältnisse begannen umfangreiche Baumaßnahmen im bestehenden Terminal A, das gründlich modernisiert und durch einen Anbau ergänzt wurde.
Unter den schwierigen Bedingungen des laufenden Betriebes erfolgten 1992 eine Sanierung der Start- und Landebahn und der Ausbau der nördlichen Parallelrollbahn. Um die Gemeinde Kursdorf vor Fluglärm zu schützen, entstand ein 1,4 Kilometer langer Lärmschutzwall. Die Zufahrten zum Flughafen wurden verbessert und neue Parkplätze angelegt. Am Ende des Jahres 1992 waren erstmals mehr als eine Million Passagiere abgefertigt worden. Zwei Jahre später, 1994, hatte sich diese Zahl fast verdoppelt.

Zeitverlauf
- 2. März 1990: Ein Partnerschaftsvertrag zwischen den Flughäfen Hannover und Leipzig wird abgeschlossen.
- 2. April 1991: Der Flughafen wird in den Nachtluftpostverkehr eingebunden.
- 1. April 1992: Für die Flughäfen Leipzig/Halle und Dresden wird eine gemeinsame Geschäftsführung eingesetzt.
- 27./28. Oktober 1992: Der Flughafen wird Nachtluftpostknoten.
- 3. Dezember 1992: Erstmals ist die Zahl von einer Million Fluggästen pro Jahr erreicht.
- 4. Februar 1994: Ein Instrumentenlandesystem nach Kategorie IIIb für die Hauptlanderichtung geht in Betrieb.
- 20. Dezember 1994: Stellvertretend für die deutschen Verkehrsflughäfen wird der 100-Millionste-Fluggast des Jahres begrüßt.





