Der Flughafen in den Jahren 1945-1989


Auf dem schwer zerstörten Flugplatzgelände produzierten nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges Teile der Flugzeugindustrie weiter. Aus diesen Anfängen entstand nach einigen Umwegen 1947 der volkseigene Betrieb »Maschinen- und Apparatebau Schkeuditz«. Zunächst wurden Kälteanlagen gefertigt, später Kleinflugzeuge gewartet und repariert.
Ab 1955 gehörte der Betrieb zur neu entstehenden Luftfahrtindustrie der DDR. In Schkeuditz wurden nun Bodengeräte und Flugzeugteile hergestellt. In Vorbereitung der geplanten Flugzeugentwicklungen wurde zwischen 1957 und 1960 eine 2.500 Meter lange und 60 Meter breite Start- und Landebahn gebaut. Nach deren Inbetriebnahme stellte die Regierung im Februar 1961 den Flugzeugbau völlig ein. Nun wurde es einige Zeit ruhig um den ehemaligen Werksflugplatz Schkeuditz.
Anfang der sechziger Jahre genügte der Messeflughafen Leipzig/Mockau den technischen Anforderungen immer weniger. Man besann sich der neuen Schkeuditzer Start- und Landebahn und nutzte den dortigen Platz ab 1963 zweimal jährlich als »Messeflughafen Leipzig«. Die Abfertigungsanlagen und technischen Einrichtungen wurden für jeden Messeeinsatz provisorisch montiert und danach wieder abgebaut. Um diesen schwierigen Zustand zu beenden, entstand ab 1966 nördlich der Start- und Landebahn ein neues Abfertigungsgebäude in einmaliger Doppelfunktion: Vier Wochen im Jahr diente es als Empfangsgebäude des Messeflughafens, die restliche Zeit als Autobahnraststätte.
Die damit verbundenen Provisorien waren bald nicht mehr tragbar. In kleinen Schritten erfolgten Erweiterungen der Baulichkeiten und die feste Installation der Flugsicherungstechnik, so dass am 19. Mai 1972 der »Flughafen Leipzig« seinen Betrieb als ganzjährig genutzter Verkehrsflughafen aufnehmen konnte.
Die folgenden Jahre waren von Kapazitätsengpässen, geringem Investitionsspielraum und provisorischen Weiterentwicklungen geprägt. Trotz wirtschaftlicher Schwierigkeiten wurden jedoch Stück für Stück die Abfertigungsflächen für Flugzeuge erweitert, neue Navigationsanlagen installiert und eine Ankunftshalle errichtet. Von 1972 bis 1988 verzehnfachte sich die Zahl der abgefertigten Passagiere auf fast 550.000 Personen jährlich.

Zeitverlauf
- 1983/84: Die Start- und Landebahn muss erneuert werden. Auf die bestehende Bahn wird eine Betonschicht aufgebracht. Neue Befeuerungssysteme entstehen.
- 18. März 1986: Erstmals landet eine Concorde der französischen Fluggesellschaft »Air France« in Leipzig. Die Concorde bleibt bis 1990 ein ständiger Gast in Leipzigs Messeflugverkehr.
- 1989: Ein Funktionsgebäude für Flugsicherung, Flughafenverwaltung, fliegendes Personal, die Feuerwache und weitere Dienste entsteht.
- 10. August 1989: Als Vorbote politischer Veränderungen trifft eine Boeing 737 der Fluggesellschaft »Deutsche Lufthansa« in Leipzig ein: Der Linienflugverkehr von und nach Frankfurt/Main ist eröffnet.





